Amazon Keyword-Recherche: Anleitung für bessere Rankings | Onfidence
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Amazon Keyword-Recherche: so findest du die Begriffe, die verkaufen.

Amer, Gründer von Onfidence
Amer · Gründer von Onfidence
Juni 2026 · 5 Min. Lesezeit

Ein perfekt gestaltetes Listing bringt nichts, wenn niemand es findet. Auf Amazon entscheidet die Keyword-Abdeckung darüber, bei welchen Suchanfragen dein Produkt überhaupt in Frage kommt – und das ist die Voraussetzung für jeden Verkauf. Trotzdem ist die Keyword-Recherche der Schritt, der am häufigsten oberflächlich erledigt wird: ein paar naheliegende Begriffe in den Titel, fertig. Hier zeigen wir, wie es richtig geht.

Warum Amazon anders funktioniert als Google.

Bei Google suchen Menschen Informationen: „warum ist leinöl gesund". Auf Amazon suchen Menschen Produkte, und sie sind kaufbereit: „leinöl bio kaltgepresst 500ml". Diese Suchanfragen sind konkreter, produktnäher und enthalten oft Eigenschaften wie Größe, Farbe, Menge oder Anwendungszweck.

Für die Recherche heißt das: Du suchst nicht nach Themen, sondern nach der Sprache, in der Kunden nach deinem Produkt fragen. Und diese Sprache ist selten die, in der du selbst über dein Produkt sprichst. Ein Hersteller sagt „Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren", der Kunde tippt „omega 3 kapseln hochdosiert".

Die fünf besten Quellen für Keywords.

1. Amazon selbst: die Autovervollständigung

Die Suchvorschläge in der Amazon-Suchleiste sind echte Nutzeranfragen, nach Häufigkeit sortiert. Tippe dein Hauptkeyword ein und notiere alle Vorschläge. Dann gehe das Alphabet durch: „leinöl a", „leinöl b" und so weiter – so erhältst du dutzende reale Suchbegriffe, komplett kostenlos.

2. Die Listings der Bestseller

Wer in deiner Kategorie oben steht, hat seine Keywords in der Regel gut gewählt. Analysiere die drei bis fünf Top-Listings: Welche Begriffe stehen im Titel, welche in den Bullet Points? Welche Eigenschaften werden betont? Kopiere nicht, aber lerne daraus, welche Begriffe in deinem Markt Relevanz haben.

3. Der Suchbegriffsbericht in Seller Central

Wenn du bereits verkaufst, ist das deine wertvollste Quelle: Der Bericht zeigt, über welche Suchbegriffe Kunden tatsächlich bei dir gekauft haben. Diese Begriffe sind erwiesen kaufstark – sie gehören in den Titel und in die Werbung.

4. Amazon-Werbung als Recherche-Instrument

Eine automatische PPC-Kampagne ist die schnellste Methode, um unbekannte Suchbegriffe zu entdecken. Amazon spielt dein Produkt bei Begriffen aus, die es für relevant hält – und der Bericht zeigt dir, welche davon zu Klicks und Käufen geführt haben. Diese Erkenntnisse fließen zurück ins Listing.

5. Externe Tools

Tools wie Helium 10, Jungle Scout oder Sonar liefern Suchvolumen-Schätzungen und Wettbewerbsdaten. Sie sind hilfreich für die Priorisierung, aber kein Ersatz für die Quellen eins bis vier – die Schätzungen weichen teils deutlich voneinander ab. Nutze sie zur Orientierung, nicht als absolute Wahrheit.

Unser Vorgehen: Erst manuell sammeln (Autovervollständigung, Wettbewerb), dann mit Tools priorisieren, dann über PPC verifizieren. So basiert die Entscheidung auf echten Daten und nicht auf Schätzwerten.

Haupt-, Neben- und Long-Tail-Keywords.

Nicht jedes Keyword ist gleich wichtig. Wir arbeiten mit drei Ebenen:

EbeneMerkmaleWohin damit
Haupt-KeywordHohes Volumen, starker Wettbewerb, beschreibt das Produkt zentralTitel (vorne), Hauptbild-Kontext, PPC-Exact
Neben-KeywordsMittleres Volumen, oft Eigenschaften oder SynonymeTitel (hinten), Bullet Points, A+ Content
Long-TailKleines Volumen, sehr konkret, hohe ConversionBackend, Bullets, PPC-Phrase

Der Fehler vieler Händler: Sie kämpfen ausschließlich um die zwei bis drei umkämpftesten Begriffe und ignorieren die Long-Tail-Suchen. Dabei summieren sich diese oft zu mehr Umsatz als das Haupt-Keyword – bei einem Bruchteil der Werbekosten, weil kaum jemand darauf bietet.

Wo die Keywords hingehören.

1
Titel – die stärksten Begriffe zuerst
Die ersten Wörter haben das größte Gewicht, sowohl für den Algorithmus als auch für den Kunden. Aufbau: Marke + Hauptkeyword + wichtigste Eigenschaften + Menge. Lesbar bleiben – ein Titel, der wie eine Keyword-Liste aussieht, senkt die Klickrate.
2
Bullet Points – Nutzen mit Keywords verbinden
Jeder Bullet transportiert einen Kaufgrund und enthält dabei natürlich ein bis zwei Keywords. Nicht umgekehrt: Keywords ohne Nutzenargument überzeugen niemanden.
3
Backend-Suchbegriffe – der unsichtbare Rest
Hier landen Synonyme, alternative Schreibweisen, Tippfehler-Varianten und fremdsprachige Begriffe. Ohne Kommas, ohne Wiederholungen, ohne Markennamen Dritter – und im vorgegebenen Zeichenlimit, alles darüber wird ignoriert.
4
A+ Content und Bilder
A+ Content wird von Amazon nur eingeschränkt indexiert, wirkt aber stark auf die Conversion. Die Bildtexte in Infografiken werden von der Bildsuche zunehmend erfasst – dort gehören die wichtigsten Produkteigenschaften hin.

Vier Fehler, die wir immer wieder sehen.

!

Keyword-Stuffing im Titel. Ein Titel voller Begriffe ohne Satzbau schreckt Kunden ab. Die Klickrate sinkt – und damit auch das Ranking. Amazon kürzt zu lange Titel außerdem einfach ab.

!

Markennamen von Wettbewerbern verwenden. Verstößt gegen die Richtlinien und kann zu Abmahnungen und gesperrten Angeboten führen. Auch im Backend nicht erlaubt.

!

Einmal recherchieren und dann nie wieder. Suchverhalten ändert sich saisonal und mit dem Markt. Ein Listing, das seit zwei Jahren unverändert ist, verliert schleichend Sichtbarkeit.

!

Nur auf Suchvolumen schauen. Ein Begriff mit 50.000 Suchen, bei dem du auf Seite 8 stehst, bringt nichts. Ein Begriff mit 800 Suchen auf Platz 2 bringt Umsatz. Relevanz und Gewinnchance zählen mehr als das reine Volumen.

So gehst du praktisch vor.

1
Sammeln
Alle Begriffe aus den fünf Quellen in einer Tabelle zusammenführen – lieber zu viele als zu wenige.
2
Bereinigen
Doppelte, irrelevante und markenrechtlich problematische Begriffe streichen.
3
Priorisieren
Nach Relevanz und realistischer Ranking-Chance sortieren, nicht nach Volumen allein.
4
Verteilen
Titel, Bullets, Beschreibung, Backend und A+ Content nach dem Schema oben belegen.
5
Messen
Rankings und Suchbegriffsberichte beobachten, nach vier bis sechs Wochen nachjustieren.

Keyword-Recherche ist kein Projekt, das man abschließt – sie ist ein laufender Prozess. Genau deshalb ist sie fester Bestandteil unserer SEO-Betreuung: Wir tracken die Rankings unserer Kunden dauerhaft und passen die Listings an, wenn sich Suchverhalten oder Wettbewerb verändern.

Häufige Fragen.

Wie viele Keywords braucht ein Listing?
Es gibt keine feste Zahl. Wichtig ist die Abdeckung: Alle relevanten Haupt- und Nebenbegriffe sollten irgendwo im Listing vorkommen – im Titel die stärksten, in Bullets und Backend die weiteren. Zwischen 30 und 200 relevante Begriffe sind je nach Produkt normal.
Muss ich Keywords mehrfach wiederholen?
Nein. Amazon indexiert einen Begriff einmal – Wiederholungen bringen keinen Vorteil und verschwenden Platz, den du für weitere Suchbegriffe nutzen könntest.
Wie oft sollte ich die Keywords überprüfen?
Mindestens einmal pro Quartal, zusätzlich bei jeder Saison und nach größeren Änderungen im Wettbewerb. Suchverhalten verändert sich, neue Begriffe kommen dazu.
Woher weiß ich, für welche Keywords ich ranke?
Über Ranking-Tracking-Tools oder – kostenlos, aber aufwendig – durch manuelle Suche im Inkognito-Fenster. Der Suchbegriffsbericht in Seller Central zeigt dir zusätzlich, über welche Begriffe tatsächlich gekauft wurde.
Amer
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